Das El-De Haus in Köln wurde Mitte der 1930er Jahre errichtet und war die Zentrale der Gestapo in Köln.

Heute befindet sich in den oberen Stockwerken das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, mit einer großen Ausstellung zum Thema. Im Kellergeschoss befindet sich der im Originalzustand erhaltene Zellentrakt.

Das Haus ist noch heute im Besitz der Familie Dahmen und trägt daher auch den Namen der Familie: Leopold Dahmen, lautsprachlich “EL DE” Haus.

↑ Kurzdokumentation über das EL-DE-Haus (Spielzeit etwa 4 Minuten)

Zitat

Das NS Dokumentationszentrum der Stadt Köln befindet sich im EL-DE-Haus – einem sehr besonderen Ort. Es ist eingerichtet worden in der ehemaligen Gestapo-Zentrale von Köln. Dieses Haus ist errichtet worden 1934/35 von der Familie Dahmen, ist auch heute noch im Besitz der Familie und trägt daher auch seinen Namen: Leopold Dahmen = Lautsprachlich “El De Haus”.

Es ist ein Name der zum Inbegriff der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus in Köln wurde. Seit 1935, im Dezember, war es der Sitz der Gestapo – vorher gab es andere Haftstätten. Die Gestapo ist insbesondere zur Etablierung ihrer Herrschaft unmittelbar nach Machtübernahme sehr brutal vorgegangen. Gerade auch gegen ihre politischen Gegner, das heißt vor allem auch gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und andere. Zunächst war man in anderen Haftstätten untergebracht, seit 1935 auch hier im Haus.

Die Zellen sind bis heute erhalten und sind heute ein einzigartiger Gedenkort weil 1.800 Inschriften der Häftlinge erhalten blieben sind. Nicht aus der frühen Phase – hier sind nur wenige Inschriften von deutschen Häftlingen – sondern eher aus einer Phase von 43-45.

In diesen Zellen saßen aber ab 1935 auch politische Häftlinge, hier fanden die Verhöre statt: sowohl in den Büros der Gestapo, als auch im Tiefkeller, dem Gefängnistrakt. Man muss sich diese Verhöre sehr brutal vorstellen, das wissen wir von Untersuchungen und Gerichtsverfahren nach dem Krieg. Mit welcher Brutalität hier zugeschlagen worden ist, um Aussagen zu erpressen.

Meistens ging es dann in den ersten Jahren der NS-Herrschaft zu einem Gerichtsverfahren. Die politischen Gegner, also Widerstandskämpfer, wurden dann verurteilt: meist zu einigen Jahren Zuchthaus, je nachdem was die Gestapo allerdings im Auge hatte, bzw. wen im Visier, wurden sie nach der Verbüßung dieser Haft von der Gestapo wieder gefangen genommen.

In den späteren Jahren ging es dann unmittelbar zu einer Einweisung ins Konzentrationslager.

Dieses Haus ist also der Ort, an dem der politische Terror eine zentrale Rolle spielte.

Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums

Gestapo Zentrale in Köln

Das El-De Haus am Appelhofplatz 23-25 war von 1935 bis 1945 Sitz der Kölner Gestapo. Ursprünglich wurde es im Jahr 1934/35 als Wohn- und Geschäftgebäude für den Bauherrn und Namensgeber Leopold Dahmen erbaut. Dieser war katholischer Goldwaren- und Uhrengroßhändler mit Sitz im angrenzenden Haus des Appelhofplatz 21.

Im Sommer 1935 wurde das neue Haus jedoch nach einem Baustillstand noch im Rohbau von der Gestapo in Beschlag genommen. Bereits bestehende Mietverträge mussten aufgelöst werden, an die Stelle trat als neuer Mieter das Deutsche Reich.

Durch die strategisch und logistisch ideale Lage des repräsentativen Gebäudes im Herzen der Kölner Innenstadt war das El-De Haus für die neue Gestapo-Zentrale sehr geeignet. Es befand sich in unmittelbarer Nähe zum Polizeipräsidium in der Krebsgasse, des Gerichtsgebäudes und des Zentralgefängnisses Klingelpütz.

Die Gestapo ließ das Gebäude genau für ihre Zwecke umbauen: In den vorgesehenen Wohnräumen in den oberen Etagen wurden Büros eingerichtet. Im oberen der zwei Kellergeschosse wurde das Hausgefängnis mit insgesamt zehn Zellen untergebracht. Am 1. Dezember 1935 nahm die Gestapo schließlich im El-De Haus ihren Betrieb auf und wurde schnell zum Inbegriff der NS-Schreckensherrschaft in Köln.

Während der Bombenangriffe auf die Stadt blieb das El-De-Haus nahezu unbeschadet, obwohl fast alle umstehenden Gebäude zerstört wurden.Erst am 2. März 1945, also wenige Tage vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in der Stadt, am 6. März, beendete man hier seinen Dienst.

Folter und Verhöre im EL-DE-Haus

Willi Neurath kämpfte auch nach seiner ersten 5-jährigen Haft und der Heirat mit Eva weiter im Widerstand gegen die Nationalsozialisten und für seine Ideale, den Kommunismus und die KPD.

Dieser Einsatz führte zu seiner zweiten Verhaftung im Jahr 1943. Willi Neurath wurde im Keller des El-De Hauses brutalen Verhören unterzogen. Er blieb jedoch standhaft und gab die Namen seiner Kameraden nicht preis.

Nach den Verhören im El-De Haus wurde Willi Neurath ins Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar gebracht.

NS Dokumentationszentrum:
Das EL-DE- Haus heute.

Das El-De Haus blieb bis zum Kriegsende ein zentraler Ort des politischen Terrors der Nationalsozialisten in Köln. Heute befindet sich in den oberen Stockwerken das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, mit einer großen Ausstellung zum Thema. Im Kellergeschoss befindet sich der im Originalzustand erhaltene Zellentrakt.

Die große Besonderheit dieses authentischen Ortes sind die bis heute im Originalzustand erhalten Zellen. Sie sind heute ein einzigartiger Gedenkort, weil 1.800 Inschriften der Häftlinge erhalten geblieben sind. Nicht aus der frühen Phase – hier sind nur wenige Inschriften von deutschen Häftlingen – sondern eher aus einer Phase von 1943-45.

Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln im El-De Haus ist heute die größte lokale Gedenkstätte für Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland. Es ist in der jetztigen Form darauf geprägt, dass es sich in gleichen Teilen – und aufeinander bezogen – dem Gedenken an die Opfer des NS-Regimes, sowie dem Erforschen und Vermitteln der Geschichte Kölns im Nationalsozialismus widmet.

Weitere Informationen über die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus“, die einzelnen Abschnitte der Gedenkstätte aus ehemaligem Zellentrakt, Versorgungstrakt, Hausbunker und Hinrichtungsstelle im Innenhof, sowie aktuelle Sonderausstellungen finden Sie auf der Website des El-De-Haus: www.nsdok.de

Wir danken allen Mitarbeitern des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln im El-De-Haus für ihre Unterstützung bei unseren Recherchen und Dreharbeiten.

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©2017 Sebastian Kentzler und Tatjana Krause

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